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15.08.2008

Quelle: http://www.mainpost.de

KREIS SCHWEINFURT

Die Helden haben noch immer Zeit

Ein Jahr nach „Drei Tage Zeit für Helden“:  Die Aktion wirkt noch nach

Etwas Bleibendes wollten die 450 Jugendlichen im Landkreis Schweinfurt vor einem Jahr bei der Aktion „Drei Tage Zeit für Helden“ schaffen. Um sich und anderen zu zeigen, dass die Jugend von heute durchaus in der Lage ist, sich zu engagieren. Bis heute fühlen sich viele der ehemaligen Helden verantwortlich für ihr Projekt und kümmern sich nach wie vor darum.
 
21 Jugendgruppen im Kreis, von der Feuerwehr über Fußballer bis hin zu Pfadfindern oder Ministranten, beteiligten sich vom 12. bis 15. Juli des vergangenen Jahres an der vom Bayerischen Jugendring ausgerufenen Aktion. 72 Stunden lang schufteten sie bei größter Hitze, schaufelten Erde, Sand oder Schlamm, schleppten Steine, sägten Holz oder tapezierten und strichen Wände. Spielplätze wurden renoviert, Waldwege angelegt und Grünanlagen auf Vordermann gebracht. Eine begeisternde, mitreißende Aktion, an der am Ende oft das halbe Dorf mithalf.

„Viele identifizieren sich nach wie vor mit ihrem Projekt“, hat Alexandra Göbel, die Geschäftsführerin des Kreisjugendringes, von Helden-Gruppen erfahren. Und es seien dadurch wichtige soziale Kontakte entstanden, wie das Beispiel des Schwebheimer Tierheimes zeige. Dort hatte die Jugendfeuerwehr Kützberg ein acht mal acht Meter großes Taubenhaus entkernt und daraus ein Kleintierhaus für Meerschweinchen und Kaninchen gebaut. „Das Haus ist wie vorgesehen im Einsatz“, erzählt Alexandra Göbel, und der Vorsitzende des Tierschutzvereins, Josef Horna, sei noch immer dankbar für die Aktion. „Er hat die Jugendlichen später noch mal zum Pizzaessen eingeladen“.

Gemeinden übernehmen Pflege

Gerade die vor einem Jahr entstandenen Projekte „baulicher Natur“ würden gut genutzt, so Göbel. Etwa das Baumhaus im Waldkindergarten Gerolzhofen, das am KJG-Haus in Schonungen, die Beachvolleyballfelder in Heidenfeld und Essleben oder die Familienecke in der Röthleiner Bibliothek. Freude an der Umgestaltung der Außenanlagen am Wernecker Altenheim hätten noch immer die dortigen Senioren . Teilweise sei der Partner der Helden-Aktion, häufig die Gemeinde, jetzt verantwortlich für die Pflege, beispielsweise wenn es um Spielplätze gehe.

Aber das Beispiel Schwanfeld zeigt, dass es auch anders geht: Dort hatte die örtliche Jugendfeuerwehr einen Sinnesparcours neben dem Spielplatz gebaut, der von Unbekannten zerstört worden war. Die Floriansjünger übernahmen daraufhin die Wiederherstellung, teilt Bürgermeister Richard Köth dankbar mit. Auch im Moment sei der Weg nicht in einem optimalen Zustand, seufzt der Ortschef und wieder wollten sich die Jungfeuerwehrler einbringen.

Aber es hatte im Nachhinein auch Diskussionen zur Helden-Aktion gegeben, etwa als es um die finanzielle Unterstützung durch die Gemeinde Röthlein ging. Zum einen war der vorgesehene Rahmen von 1000 Euro durch den Bau des Beachvolleyball-Feldes in Heidenfeld überschritten worden. Zum anderen war vom damaligen Bürgermeister Edgar Engelbrecht auch für Röthlein ein solches Sandfeld zugesichert worden. Das soll, wie der jetzige Bürgermeister Albrecht Hofmann sagte, im Herbst durch Eigeninitiative des TSV verwirklicht werden. „Der Sand ist noch vom Beach-Soccer-Turnier übrig, ein Netz wurde auch besorgt.“ Der Sportverein müsse nur noch die Grube ausheben.

Sportlich erwiesen sich ein Jahr lang auch die U-15-Fußballer des VfL Euerbach, die am Helden-Wochenende aus einem sumpfigen Gemeindegelände einen naturnahen Dorfteich gestalteten. Immer wieder kümmerten sie sich um den See und vor allem die beiden chinesischen Laufenten, die sie geschenkt bekommen hatten, bauten ihnen Stall und Unterstand.

2012: die nächste Aktion

Allerdings war dem Federvieh der viele Besuch und die Nähe der Bundesstraße nicht bekommen, so dass es seit kurzem laut Bürgermeister Arthur Arnold nun außerhalb von Euerbach untergebracht ist. Die innerörtliche Grünzone wirkt derzeit auch etwas vernachlässigt, der Betreuer der Jungfußballer wechselte vor kurzem. Einspringen wollen laut Gemeinderat Werner Seufert die Euerbacher Freie-Wähler-Räte, die mit einer konzertierten Aktion im Frühherbst das Gelände wieder auf Vordermann bringen wollen.

„Bis vor kurzem haben Gemeinden, Projektgeber und Jugendgruppen immer mal bei uns nachgefragt, wann denn wieder so eine Helden-Aktion läuft“, sagt die Kreisjugendring-Verantwortliche. Zwar gebe es beim Bayerischen Jugendring solche Überlegungen, aber die Aktion sei etwas ganz Besonderes gewesen und daher nicht ständig wiederholbar. „Nicht vor 2012“, glaubt Alexandra Göbel.



FOTO: Mainpost

Eine Grünzone mitten im Dorf schufen vor einem Jahr bei der Aktion „Drei Tage Zeit für Helden“ die U-15-Fußballer des VfL Euerbach. Mittlerweile sind die am Teich lebenden Laufenten weggebracht worden, das Gelände soll demnächst wieder auf Vordermann gebracht werden.



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