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20.10.2008

Quelle: http://www.mainpost.de

WERNECK

Hand in Hand – für einen Gottesdienst

Kindergottesdienstteam bringt im Kreisaltenheim Alt und Jung beider Konfessionen zusammen

„Was wird denn das heute? Sind die evangelisch?“ Eine Bewohnerin des Kreisaltenheims wundert sich. Ihre Nachbarin weiß auch nicht so recht, was da heute auf sie zukommt, aber für die Frage evangelisch oder katholisch hat sie kein Verständnis: „Wir haben doch alle denselben Herrgott“, belehrt sie ihre Mitbewohnerin.
 
Die Heimbewohner treffen sich diesmal nicht in der Kapelle, sondern im großen Speisesaal zum Gottesdienst. Das Kindergottesdienstteam der katholischen Gemeinde hält den Gottesdienst, singend kommt es mit den Kleinen in den Speisesaal. Normalerweise trifft man sich seit über 20 Jahren jeden dritten Sonntag im Monat im Kindergarten. Diesmal aber ging es ins Kreisaltenheim. Birgit Kirbye, Leiterin des Sozialdienstes, ist dankbar für jede Abwechslung: „Wir sind sehr offen für solche Angebote, das ist der Zugang nach außen für unsere Bewohner“, sagt sie.

Die Kinder haben inzwischen in der ersten Reihe und auf Decken am Fußboden ihre Plätze eingenommen. Manch ein Platz musste dabei erst erstritten werden. „Da sitzt immer eine Frau!“ Die Senioren lassen sich ihre Ordnung nicht so gerne durcheinanderbringen. Jutta Vierengel begrüßt, dann singen die Kinder das erste Lied. Beim Klatschen lassen sich schon die ersten Heimbewohner verleiten und machen mit. Die Lesung aus dem Römerbrief trägt Ulrike Dotzel-Morche in der Originalform vor, Ursula Memmel übersetzt sie dann in eine kindgerechte Sprache.

Vor dem Gottesdienst haben die ankommenden Kinder ihre Hände schon aufgemalt, auch die Heimbewohner haben während der Woche ihre Hände auf Papier nachgefahren. Jetzt werden die Hand-Bilder an eine vorbereitete Wand gepinnt. Sie symbolisieren, dass Alt und Jung Hand in Hand gehen, alle Menschen eine große Gemeinschaft sind. Während der Fürbitten werden die Hände mit Blumen verziert, das Gebet wird mit Gesten bereichert. Die Kinder kennen das, fleißig gestikulieren sie nach den Vorgaben von Ruth Pfister. Auch die Senioren lassen sich anstecken. Die Hände gehen nach oben, sie ballen Fäuste und ahmen Segensgesten nach. Spätestens beim Vaterunser stimmen alle laut in das gemeinsame Gebet ein. Beim Schlusslied verteilen sich die Jüngsten unter den Senioren, jetzt werden die Hände wirklich gereicht, das Eis ist endgültig gebrochen.

„Prima, gut“, die Rückmeldungen der Heimbewohner sind durchaus positiv. „Des tät net schad“, wenn man so etwas öfter mal veranstaltete, meint eine Bewohnerin im Rollstuhl. Michael Vollmuth schränkt ein: „Wenn es passt, dann ist die Messe für Ältere schon besser.“ Aber die Pfarrer hätten ja oft keine Zeit, meint er, und dann wäre so was „ganz schön“. Die Kinder hätten das gut gemacht, ergänzt er, und meint anerkennend: „Ganz so einfach ist das ja nicht, das alles so zusammenzubringen.“ Auch Ella Timm lobt die Jüngsten. Die seien wirklich brav gewesen, schließlich sei es ja „gar nicht so einfach, so eine Herde zusammenzuhalten“. Manche der Alten haben auch noch ihre Zweifel: „Schön war es, aber ich hab' gedacht, es wäre ein Gottesdienst.“ Dass es außer der Messe auch noch andere Gottesdienstformen gibt, ist offenbar schwer zu vermitteln.

Wichtig für die Sozialdienstleiterin ist an diesem Sonntag, dass das Thema des Gottesdienstes „Wir sind eine Gemeinschaft“ eine erlebbare Umsetzung erfahren hat. Jugendliche vom Schützenverein Zeuzleben halfen, die Heimbewohner in den Speisesaal zu bringen, Kinder sangen und beteten mit ihnen. „Von unseren zirka 200 Heimbewohnern haben fast alle eine Pflegestufe, 60 bis 70 Prozent sind demenziell beeinträchtigt“, sagt Birgit Kirbye. Da täte es gut, den Anschluss ans normale Leben nicht ganz zu verpassen. „Ich hoffe, Sie kommen wieder“, verabschiedete sie das Kindergottesdienstteam, und dieses versprach: „Wir machen es wieder.“



FOTO: Mainpost

„Wir sind eine Gemeinschaft“, unter diesem Titel stand der Kindergottesdienst, der erstmals im Kreisaltenheim Werneck gefeiert wurde. Alt und Jung wuchsen während der Feier wirklich zu einer kleinen Gemeinschaft auf Zeit zusammen.



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