Landkreis Schweinfurt  
Betreuung Gebaeude
Kreisalten- und Pflegeheim Werneck - Erfuellter Lebensabend in harmonischer Umgebung
Startseite Mi, 12.12.2018 | 01:39
»  Datenschutz         »  Impressum         »  Seite drucken         »  Barrierefrei         »  Sitemap

News

Zurück


17.10.2017

Quelle: http://www.mainpost.de

WERNECK

Mit 58 Jahren ins Altenheim

(Text und Foto: Julian Rohr)

Jubiläum - Seit 25 Jahren lebt Anna Schäfer im Kreisaltenheim Werneck.
Über die Jahre ist die Einrichtung zu ihrem Zuhause geworden. Ein Rückblick:

Das Zimmer 203 im Kreisaltenheim Werneck könnte auch eine kleine private Kunstausstellung über das Christentum sein: An den Wänden hängen bunte Jesusbildnisse in allen Größen und Formen. Das Gemälde über dem Sessel zeigt die Geburt Jesu in Bethlehem. Auf dem Regal steht eine große Marienfigur aus Holz, daneben ein Porzellan-Engel. Doch es ist das Zimmer von Anna Schäfer. Im August 1992 ist sie eingezogen - damit lebt die 83-Jährige bereits 25 Jahre im Altenheim. Warum sie schon so früh dorthin kam? Gesundheitliche Gründe und niemand, der sie pflegen konnte.

Schäfer lebt gerne im Altenheim. Hier fühle sie sich gut aufgehoben – anders als daheim: „Da hat man viel Arbeit, hier hat man mehr Zeit für sich selber“, so die 83-Jährige. Das Heim ist über die Jahre hinweg zu ihrem Zuhause geworden. Oft ist sie im ersten Stockwerk in der Hauskapelle. Früher hat sie hier jeden Tag eine Kerze angezündet. Noch heute kommt sie gerne hierher. Der Glauben spielte für Anna Schäfer schon immer eine wichtige Rolle.

Aufgewachsen ist sie als eines von fünf Kindern in Gefäll im Nachbarlandkreis Bad Kissingen. Von ihren Eltern wird sie streng christlich erzogen. Vor jeder Mahlzeit wird am Tisch gebetet, regelmäßig werden die Gottesdienste besucht. Die Familie besitzt einige Kühe und Kälber sowie eigene Felder. Im kleinen landwirtschaftlichen Betrieb müssen Anna und ihre Geschwister kräftig mit anpacken. Landmaschinen oder Traktoren gibt es nicht, die Wiesen müssen alle von Hand gemäht werden: „Wir wurden zur harten Arbeit erzogen“, so die Seniorin. Die Familie hat es zu dieser Zeit nicht leicht, wie Schäfer erzählt. Einer ihrer Brüder wird taubstumm geboren, der andere hat eine Hasenscharte. Es sei schwierig gewesen, sich zu verständigen. Ständig habe der Bruder zur Taubstummenschule nach Würzburg gemusst. Die ständigeTrennung sei eine schwere Zeit für die Großfamilie gewesen: „Aber wir sind alle groß geworden, und wir sind gute Menschen geworden“, sagt Schäfer.

Was die Großfamilie in den beschwerlichen Zeiten miteinander verbindet, ist die Musik. Der Vater ist Organist in der Kirche, zu Hause steht ein Harmonium im Wohnzimmer. Am Abend hat die Familie dann immer gemeinsam gesungen – nicht nur Lieder aus dem Gesangbuch, auch Volkslieder. „Wir konnten alleine fast einen Chor bilden“, scherzt die 83-Jährige. Ihre Schwester Lydia geht später sogar auf die städtische Musikschule nach Münnerstadt. Als die Kinder aus dem Haus sind, ist Anna Schäfer bei ihren Eltern zu Hause geblieben, um für sie da zu sein und sie zu pflegen. „Schließlich haben sie uns großgezogen.“

Zu ihren Geschwistern hat sie keinen Kontakt mehr: „Damit habe ich mich abgefunden“, sagt Schäfer. Das fällt auch bei einem Blick in ihr Zimmer im Altenheim auf – dort hängt kein einziges Familienbild. Lediglich ein Porträt der heiligen Schwester Faustina könnte noch daran erinnern, dass Annas ältere Schwester Elisabeth Ordensschwester im Kloster Bildhausen geworden ist. Dort hat auch Anna einige Zeit in der Küche gearbeitet, später dann in einem Büro. An mehr kann sie sich jedoch nicht erinnern.

Verheiratet war Schäfer nie, sie hat auch keine Kinder: „Ich hätte gerne Kinder gehabt, aber nicht, ohne verheiratet zu sein.“ Als sie noch jung gewesen sei, habe sie einen Freund gehabt, aber das sei schon lange her. „Ich habe keinen Mann, also habe ich mich an Gott gewendet“ – der habe geholfen, nicht immer, aber oft. Noch heute geht die Seniorin regelmäßig zum Gottesdienst in die Dorfkirche. Und auch sonst ist die 83-Jährige viel unterwegs – beispielsweise bei Ausflügen zur Gnadenkapelle Altötting in Oberbayern oder nach Rom. Weihnachten, Fasching oder Federweißerfest  – Schäfer lässt keine Veranstaltung im Haus aus. „Das bringt Abwechslung.“

Dass sie mittlerweile 25 Jahre im Altenheim wohnt, kann sie selbst kaum glauben. An ihre Ehrung an diesem Donnerstag hatte sie schon gar nicht mehr gedacht. Es soll ein großes Fest geben, mit vielen Gästen – auch Landrat Florian Töpper will vorbeikommen. Auf eines freut sich die 83-Jährige aber besonders, der Männerchor des Altenheims möchte ihr an diesem Tag ein kleines Ständchen singen.

 



Zurück




© 2018 Kreisalten- und Pflegeheim Werneck GmbH Quicklink kkCMS  Rundgang ein