Landkreis Schweinfurt  
Betreuung Gebaeude
Kreisalten- und Pflegeheim Werneck - Erfuellter Lebensabend in harmonischer Umgebung
Startseite Mi, 12.12.2018 | 01:34
»  Datenschutz         »  Impressum         »  Seite drucken         »  Barrierefrei         »  Sitemap

News

Zurück


02.10.2018

Quelle: https://www.mainpost.de

WERNECK

Noch einmal ins Wunderland

Text und Foto: Lara Wantia


Die Erinnerung an das Glück vergangener Tage sollen Süßigkeiten bringen. Auf Holz- und in Rollstühlen sitzen 70 Senioren, umklammern Popcorntüten und rupfen Zuckerwatte. Ausmalbilder mit Zirkusszenen zieren die Wände, Clownsgesichter lachen von den Schränken herunter. Ein roter Vorhang schmückt den Saal.

Für die Rentner eröffnet sich in diesen Minuten die Manege. Fast wirkt sie wie in einem richtigen Zirkus. Tatsächlich spielen die Künstler im Kreisalten- und Pflegeheim in Werneck. Der Familienzirkus Carissima aus Wuppertal ist zu Gast mit allem, was es auch im Zelt zu sehen gäbe.
So viel Mühe, so wenig Reaktion

Giovanni Lorenz reißt den Vorhang auf und springt in die Manege. Er schlüpft in ein Clownskostüm, rote Hose, blaues Hemd und gelbe Hosenträger und malt sich das passende Gesicht auf. Lorenz macht Späße, lässt Bälle auf seinen Armen hin- und herspringen, jongliert mit Keulen und Hüten. Er holt einen Staubwedel hervor und putzt die Köpfe der Senioren. Nicht jeder Trick gelingt, aber Lorenz überspielt das charmant, zwinkert in die eine Richtung, winkt in die andere.

Die Heimbewohner sollen sich ablenken und Spaß haben, das ist das Ziel des Zirkus-Auftritts. „Für die Menschen hier ist es schwer, am Leben teilzunehmen. Also haben wir uns gedacht, dass das Leben einfach mal zu uns kommt“, erklärt Birgit Kirby. Die stellvertretende Heimleiterin hat das Projekt organisiert. Sie weiß, wie wichtig die Vorbereitung darauf für die Senioren ist. Schon Wochen im Voraus haben sie damit begonnen. Dazu gehören Bastelstunden, um die Vorfreude zu wecken, und Gedächtnistrainings, um sie aufrecht zu erhalten.

„Wo sind denn die Hunde? Die waren vorhin noch da“, fragt eine Bewohnerin. In dem Moment rennt Jannika Lorenz mit den beiden Tieren in die Manege. Nacheinander springen sie durch Reifen und über Hindernisse, laufen auf den Hinterbeinen und rollen sich über den Boden. Die Senioren scheinen begeistert. Manche strecken die Hände nach den Tieren aus, als wollten sie sie streicheln. Bei einigen ist der neutrale Gesichtsausdruck einem Lächeln gewichen.
Zirkus, wie er früher war

Heimbewohner Rupprecht Billinger gefallen die Tricks besonders. „Hunde sind sehr schön und diese machen lustige Übungen“, sagt er. Wann er zuletzt im Zirkus war, weiß er nicht mehr. „Ich bin 96 Jahre alt. Das ist lange her.“ Erinnerungen an seine Besuche hat er dennoch. Das Lied „O mein Papa“, das oft bei Clownsnummern gespielt wird, kann er komplett mitsingen.

Giovanni Lorenz kennt die Bedeutung des Zirkus für diese Generation. „Zirkus hatte früher einfach einen anderen Stellenwert“, sagt er. Seit fünf Jahren tritt er deshalb hauptberuflich in Seniorenheimen auf. „Die Bewohner kennen den Zirkus noch so, wie er früher war. Wenn der in der Stadt war, dann sind da wirklich alle hingegangen.“ Das alte Wunderland – manch einer hat es an diesem Nachmittag bestimmt erlebt.

 



Zurück




© 2018 Kreisalten- und Pflegeheim Werneck GmbH Quicklink kkCMS  Rundgang ein