Landkreis Schweinfurt  
Betreuung Gebaeude
Kreisalten- und Pflegeheim Werneck - Erfuellter Lebensabend in harmonischer Umgebung
Startseite So, 17.10.2021 | 13:48

News

Zurück


14.01.2010

Quelle: http://www.mainpost.de

WERNECK

Verdammt lang her: Vor 80 Jahren kam Heinrich Wecklein zum TSV, Wernecks größter Verein ehrt sein treustes Mitglied – Turnen mit einem dreifachen Olympiasieger


Foto: Gerald Gerstner
Treueste Seele: Heinrich Wecklein ist seit 80 Jahren Mitglied im TSV Werneck. Zu diesem Rekord gratulierten Bürgermeisterin Edeltraud Baumgartl und Vorsitzender Hans Kemmer (rechts).

(geri) Heinrich Wecklein war 15 Jahre alt, als er 1929 dem Turn- und Sportverein Werneck beitrat. Extrem lange ist das her. So lange, dass Hans Kemmer, Vorsitzender des TSV, niemanden fand, der Fotos aus dieser Zeit hat und noch etwas zu erzählen weiß. Und auch die Protokollbücher geben nur ein paar trockene Daten über Weckleins Wirken im Verein preis. Wecklein ist dem Verein bis heute treu und das erste Mitglied, das für 80 Jahre Vereinszugehörigkeit geehrt worden ist. Im Kreisaltenheim, wo Wecklein mit seiner Frau wohnt, überreichte Kemmer die bisher einmalige Urkunde. Auch Bürgermeisterin Edeltraud Baumgartl gratulierte zu diesem „ganz besonderen“ Jubiläum.

Der fast 95-Jährige erinnert sich noch gut an seine Jugendzeit im Verein, in dem damals noch richtig geturnt wurde. Auf Reck und Barren und zu Pferd und auf dem Bock „haben wir sämtliche Geräte gehabt“, erzählt Wecklein. Geturnt wurde in der „Wurm-Halle“, der heutigen Gaststätte „Rumpelkammer“ und „hintendran“ auf der Wiese. Zum Inventar gehörten auch Rhönräder, mit denen damals „durch Werneck gefahren“ und Festumzüge begleitet wurden. 15 bis 18 aktive Turner gab es in der Zeit, Vorturner war Sepp Hauer, erinnert sich Wecklein.

Nach Werneck führte den gebürtigen Ettlebener 1928 eine kaufmännische Lehre, während der er, wie es damals üblich war, auch Kost und Logie beim Lehrherrn genoss. Eine „harte Arbeit“ war es, bei der er oft schwere Säcke mit Baustoffen tragen musste. Sein Arzt habe ihm deshalb geraten zu turnen, erzählt Wecklein: „Ich hab's fest ausgenutzt.“ Turnen wurde seine Leidenschaft und Wecklein beim TSV stellvertretender Zeugwart und Schriftführer, 1939 dann Oberturnwart.

Sportkämpfe wie heute gab es nicht, dafür Turnfeste, etwa in Schweinfurt. Wecklein erinnert sich auch an ein Gau-Turnfest am Wurmsee in Werneck. Oft ging es sonntags zur Turngemeinde Schweinfurt, weil das Ringe-Turnen in Werneck nicht möglich war. Nach dem Gottesdienst früh um sechs „sind wir nauf gelaufen“ und abends nach dem Turnen wieder zurück: „Ein eigenes Fahrrad konnt mer sich net leist'.“

Unvergesslich ist ihm die Begegnung mit Alfred Schwarzmann, dem dreimaligen Turn-Olympiasieger von 1936, mit dem Wecklein zwei Jahre in Fürth turnte. Die folgenden Kriegseinsätze bereiteten der sportlichen Betätigung ein Ende. Danach ließ ihm der Beruf keine Zeit mehr. Bereits 1940 hatte Wecklein eine Ausbildung in der damaligen Bezirkssparkasse in Werneck begonnen, deren Zweigstellenleiter er später wurde. Beim TSV war er in den 60er Jahren noch einmal stellvertretender Kassier.

Mit Gymnastik und Spaziergängen hielt sich Wecklein weiterhin fit. Er schmunzelt: „Turnen geht vielleicht nimmer ganz so.“ Aber eine einfache Streckübung kann er den Besuchern dennoch ganz locker demonstrieren.



Zurück




© 2021 Kreisalten- und Pflegeheim Werneck GmbH Quicklink kkCMS  Rundgang ein